Satyr

deutsch                 (the english article you will find below)

Der Faun, der eigentlich ein schlafender Satyr ist und welche Intrigen ihn nach München verschlugen

 

Vorab zur Definition:

Faunus (eingedeutscht Faun) ist der altitalische Gott der Natur und des Waldes, der Beschützer der Bauern und Hirten, ihres Viehs und ihrer Äcker. Oberkörper menschlich, Unterkörper Ziegenbock. Später wurde Faunus als gehörnter Waldgeist oder als Mischwesen aus Mensch und Ziegenbock aufgefasst.

Der Name der Statue ist Barbarinischer Faun, weil man der Auffassung war, dass sie in der Römerzeit entstand und nur ein Abbild einer griechischen Skulptur sei.

Inzwischen ist allerdings geklärt, dass die Statue von den Römern in Kleinasien bei Raubzügen geklaut wurde. Somit ist sie hellenischer (griechischer) Abstammung, ein Original aus der Zeit 220 v. Chr. und wir sprechen von der griechischen Mythologie, und die kennt nur Satyrn

 

Der italienische Faun tritt in vielerlei Gestalt und unter vielen Namen auf. Da wir aber geklärt haben, dass dieser Faun eigentlich ursprünglich ein Grieche ist, bleiben wir in der griechischen Mythologie.

Sein Pendant ist der griechische Hirtengott Pan, ein guter Kumpel vom griechischen Gott Dyonisos, der ein Gott des Weines, der Freude, der Trauben, der Fruchtbarkeit, des Wahnsinns und der Ekstase war

Das Programm der beiden war also offensichtlich Wein, Weib und Gesang.

Und jetzt kommt die Abstammung der Satyrn: Das Gelage blieb nicht ohne Folgen!

Dyonisos traf auf eine äußerst fruchtbare Nymphe und die daraus resultierenden Kinder waren Satyren. Genauso feierwütig wie ihr Vater, aber leider zügelloser, unkultivierter und unersättlicher in Bezug auf Wein, Weib und Gesang.

Der Rest der Halbgötter hatte davon dann offensichtlich die Nase gestrichen voll und sie verstießen die Satyren aus dem Club der Halbgötter.

Fortan ist der Satyr eher ein Naturgeist oder Naturdämon, allerdings ein Guter, der bei den Bauern hoch im Kurs steht schließlich, lässt er bei Berührung eines Weinstockes einen fantastischen Wein wachsen und garantiert üppige Ernten.

 

Die unendliche Reise des Barberinischen Fauns 

 

Der „Faun wurde als Raubkunst von den Römern aus Kleinasien in die Hauptstadt gebracht und als Brunnenfigur aufgestellt und verschwand mit dem Römischen Reich.

Als sie 1625 in der Nähe der Engelsburg wieder entdeckt wurde, war es eine Sensation. Der damalige Papst Urban VIII., ein Barberini, hat sich die Skulptur sofort untern den Nagel gerissen und verkündete, dass sie für alle Ewigkeit im Familienbesitz der Barberini bleiben würde. Da durch Geldknappheit aber einer Ewigkeit schnell ein Ende gesetzt werden kann, verkaufte ein Barberini-Nachfahre sie 1810 an den Bayernprinzen, Kronprinz Ludwig (ab 1825 König Ludwig I. von Bayern).

Pech war nur, dass der Faun vorab an den Bildhauer und Kunsthändler Pacetti verkauft war. Pacetti ergänzte auch fehlende Gliedmaßen an der Statue. Er trieb den Preis des Fauns solange in die Höhe, bis die Barberinis sich das Werk mit einem alten Papst-Diktum zurückholten. Pacetti schaltete aber die römische Polizei ein und der Faun landete daraufhin im Vatikan.

 

Prinz Ludwig war sauer.

 

Der damalige Papst Pius VII. war nach Fontainebleau verschwunden und somit konnte er Ludwig nicht auf ihn zurückgreifen. Nach dessen Rückkehr wurde der Heilige Stuhl aber vehement von Prinz Ludwig bedrängt, das hellenistische Kunstwerk endlich herauszurücken. Ohne Erfolg. 

Immerhin kam er zwar wieder in bayerischen Besitz, durfte aber nicht aus Rom ausgeführt werden und somit versteckte Ludwig seinen Schatz von 1816 bis 1819.

Der Ärger nahm allerdings kein Ende. Päpstliche Mächte setzten Pacetti erneut unter Druck zu prozessieren, um den Faun zurückzuerlangen. Durch seine Schwester Caroline Auguste, der Kaiserin von Österreich, hatte Ludwig eine potente Allianz vorzuweisen. Die Kaiserin setzte letztendlich energisch durch, dass der „Faun“ Richtung München abreisen durfte.

Zu seinem Transport wurde extra ein Wagen gebaut, der aber auf einer Brücke bei Kufstein zerbrach und die Bücke musste vom Militär gestützt werden. 1820 kam der „Faun“ endlich, nach immerhin 10 Jahren hin und her, in München an.

 

Die Faszination des Faun (Satyr)

Der Satyr eines bis heute unbekannten Bildhauers aus Kleinasien, woher der Marmor nachweislich stammt, wurde über die Jahrtausende bis heute für seine lebendige Plastik bewundert. Selbst „ungeübte“ Betrachter sind von dem unbequem und unruhig Schlafenden fasziniert, Frühe Generationen nahmen allerdings erheblichen Anstoß an dem unbekümmerten Zurschaustellen des Geschlechts. 

Die plakative Sorglosigkeit des Fauns ist offensichtlich: Dieses Wesen hat nichts in der Welt zu fürchten und in diesem Augenblick nichts zu wünschen übrig. Er ist in erster Linie schlicht faszinierend entspannt.

 

 

Mit oder ohne Arm?

Der Direktor der Glyptothek, München, in der der Barberinische Faun sein neues Heim gefunden hatte, entschloss sich, die angegipsten Gliedmaßen, also der linke Arm und das rechte Bein, zu amputieren und den Faun in seinem ursprünglichen Zustand aufzustellen.

Experten äußerten allerdings schwerste Bedenken ob der Ästhetik und der nun deformierten Wirkung der Statue. Ein Reporter fasste es schlicht zusammen:

Die amputierte Statue erwecke den Eindruck eines medizinischen Präparates und nicht eines animalischen Naturdämons.

Ergebnis: Die Prothesen wurden dem marmornen Trunkenbold wieder angegipst und nun rekelt sich der Faun wieder vollständig auf seinem Pantherfell.

 

english

Please note that I am not a native speaker and forgive my grammar or mistakes :))

 

The Faun, who is actually a sleeping Satyr, and which intrigues have slipped it to Munich

 

At first the definition:

 

Faunus is the old-Italian god of nature and the forest, the protector of the peasants and shepherds, their cattle and their fields. Upper body is human, lower body is a goat

The name of the statue is the Barbarian Faun, because the Romans have thought it is originated in the Roman era and was only a copy of a Greek sculpture.

In the meantime it is clarified that the statue was stolen by Romans at a robbery in small asia. The Faun is of Greek origin, an original from the time 220 BC and now we have to speak of the Greek mythology, and it only knows Satyr.

 

 

The Italian Faun occurs in many forms and names. But since we have clarified that this faun is originally a Greek, we should remain in Greek mythology.

 

Its counterpart is the Greek shepherd god Pan, a good buddy of the Greek god Dyonisos, who was a god of wine, joy, grapes, fertility, madness and ecstasy

The party program of this two buddies was obviously wine, woman and singing.

The parties had some consequences!

Dyonisos met an extremely fertile nymph and the resulting children were satyrs.

Just like its father, but unfortunately much more unbridled, uncultivated and insatiable in terms of wine, woman and singing.

The rest of the half-gods obviously had been upset and they thrown the satyrs from the club of the half-gods.

The satyr is now a natural spirit or a natural demon, but a good one, which is highly respected among the peasants, makes a fantastic wine grow when touching a grapevine and it will guarantees lush crops.

 

The endless journey of the Barberine Fauns

 

The Faun was brought to the capital by the Romans from small asia as a prehistoric figure and presented as a well figure and disappeared with the Roman Empire.

When she was rediscovered near the Engelsburg in 1625, it was a sensation. The then Pope Urban VIII, a Barberini, immediately torn the sculpture down below and announced that it would remain forever in the family Barberini.

Okay, an eternity can quickly be put to the end by money shortages, a Barberini-descendant sold them to the Bavarian prince, Crown Prince Ludwig (from 1825 King Ludwig I of Bavaria).

Unfortunately the faun was sold in advance to the sculptor and art dealer Pacetti. Some parts of the statue were missing, the right leg and parts of his left and right hands which were included by Pacetti. He highly raised the price of the Fauns until the Barberinis returned the artwork with an old pope's dictum. Pacetti called the Roman police and the Faun found its new home in the Vatican.

 

Prince Ludwig was upset.

 

The Pope Pius VII had disappeared to Fontainebleau and Prince Ludwig couldn't expect his help to clear the situation.

After the return of Pope Pius VII to Rome, the Holy was pressured by Prince Ludwig to finally withdraw the Hellenistic work of art.

Without success.

But after all, he came back in Bavarian possession, but could not be executed from Rome. 

From 1816 to 1819, Ludwig concealed his treasure packed and invisible.

The feude never came to an end. Again the Pontifical Powers pressed on Pacetti to recover the Faun. 

But Ludwig had a strong alliance with his sister Caroline Auguste, the Empress of Austria. The Empress ultimately decided that the "Faun" was allowed to leave for Munich.

A special truck, exclusively built for transport broke on a bridge near Kufstein, Austria. The bridge had to be supported by the military, and in 1820 the "Faun" finally arrived in Munich, after a long period of ten years.

 

The fascination of the statue

 

The satyr of a sculptor from small asia, who is still unknown to this day, was in fact admired over the millennium to this day for his living sculpture. Even "untrained" viewers are fascinated by the uncomfortable, restless sleepy. Early generations took incredibly offense at the unfamiliar display of sex.

 

The plaintive carelessness of the Faun is obvious: This Satyr has nothing to fear in the world and nothing to be desired at all. It is primarily simple and fascinating relaxed.

 

 

With or without its arm?

 

The director of the Glyptothek in Munich, where the Barberian Faun had found his new home, decided to amputate the attached parts, the left arm and the right leg and set the faun in its original condition.

Experts expressed serious doubts about the aesthetics and the now deformed effect of the statue. 

A reporter simply summed it up:

The amputated statue gives the impression of a medical preparation and not of an animal nature demon.

 

Result: The prostheses were plastered again to the marble drunken and now it is totally relaxed and completely on its fur.

 

 

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